2026 Elba & Capraia

Von Elba nach Capraia und zurück.

Ende Mai 2026 setzten wir die Segel in Piombino: zwei Boote, die Sonne über der toskanischen Küste, viele waren zum ersten Mal auf See. Schon beim Ablegen spürte man diese besondere Mischung aus Aufregung, Respekt vor dem Meer und der stillen Frage: „Schaffen wir das gemeinsam?“. Die Überfahrt in die traumhafte Bucht Viticcio im Norden von Elba war sehr entspannt – Anker runter, ausgiebig baden und angeln, ein goldener Sonnenuntergang über dem Meer, Burgerduft vom Bootsgrill und das gute Gefühl, dass genau hier eine neue Crew entsteht.

Am nächsten Morgen hieß es „Kurs nach Nordwesten“: Capraia, rau und vulkanisch, die alte Festung über dem Hafen wie ein Wächter über dem Meer. Der Hafen in Capraia war leider voll. Also ankerten wir direkt vor der Festung, von der aus schon 1540 die Insel gegen gefürchtete Piraten verteidigt wurde. Am nächsten Tag dann zurück nach Elba in die Marina Marciana – einen dieser Orte, in denen sich Hafenflair und Inselleben treffen. Aus einer verlorenen Wette wurde ein riesiger Spaß, da wir als „Straßenmusiker“ die Bordkasse aufbessern mussten. Dann war eigentlich die Umrundung Elbas nach Osten geplant, doch der Wind entschied anders. Segeln bedeutet flexibel sein, also nahmen wir Kurs mit viel Wind und Welle nach Westen in Richtung Kap „Capo Vita“.

Der Weg dorthin war für eine neue Crew durchaus knifflig zu segeln und hat allen Einiges abverlangt. Kurs halten und um das felsige Kap „Capo Vita“ herum bei 1,5m Welle und ordentlich Wind von achtern war für die Jugendlichen am Steuer und an den Schoten nicht so einfach. Auch haben sich durch das Schaukeln des Bootes erste seltsame Gefühle in der Magengegend bemerkbar gemacht. Umso schöner war es zu sehen, dass gegenseitige Unterstützung und viel Motivation mit an Bord gewesen sind. Gemeinsam haben wir es geschafft – Anker runter in der Bucht mit Blick auf einen der schönsten Orte in Elba – Porto Azzurro.

Nach einer ruhigen Nacht dort vor Anker segelten wir weiter zur Bucht Lacona. Ein Stück Postkartenidylle mit türkisblauem Wasser, vielen Fischen und einem Gefühl von endlosem Sommer, während die Boote sanft in der Dünung schaukelten. Hier merkten wir, wie sich mittlerweile eine richtig gute Crew gebildet hatte: Jugendliche, die zu Beginn kaum wussten, wie eine Winsch funktioniert, standen jetzt sicher am Steuer, kletterten in den Mast, setzten die Segel und gaben klar verständliche Kommandos. Sie merkten gar nicht, wie selbstverständlich sie Verantwortung übernahmen. Auch kein Wind kann fordern, aber ein Stimmungstief – weit gefehlt. Spielen, SUP surfen, Singen, im Beiboot reiten und sogar Lernen für bevorstehende Prüfungen hat die Zeit auf See sehr kurzweilig gemacht.

Wieder zurück in Porto Azzurro – ein Abend voller Hafenlichter, Gespräche und leiser Müdigkeit, bevor es am Freitag zurück nach Piombino ging. Dort spürten wir bei einem feinen Abschlussessen, wie viel in dieser Woche mit uns allen passiert war. Viele neue Kontakte und Freundschaften sind entstanden. Alle sind über sich hinausgewachsen. Die Jugendlichen durch das gemeinsame Segeln zu stärken, damit sie ihre zukünftigen Herausforderungen mit mehr Selbstvertrauen und Zuversicht meistern können – das hat mit „Stark unter Segeln“, der Unterstützung durch unsere Sponsoren und den vielen Helfer:innen bei der Diakonie auch dieses Jahr wieder hervorragend geklappt. Diese Segelwoche in Elba & Capraia wird uns als Crew noch lange verbinden.

1000 Dank an unsere Sponsoren

Edith-Haberland-Wagner Stiftung, ITZEL Stiftung, YACHT-POOL, Barbera Yachting, private Sponsoren

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